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0009 — Zentraler, hierarchischer Ortskatalog

Status: Akzeptiert

Oldenburg besitzt unterhalb der Gesamtstadt keine offiziell festgelegten Stadtteile. Die Stadt führt stattdessen neun statistische Bezirke sowie Siedlungsbereiche, Unterbezirke und Blockgruppen. Diese Ebenen sind laut Stadtteil- und Quartierskonzept der Stadt Oldenburg in der Stadtgesellschaft nur teilweise gebräuchlich. Das aktuelle Statistische Jahrbuch führt diese amtliche Feingliederung fort.

Ratslotse verwendete bereits 31 flächendeckende OSM-Gebiete. Namen und Wahlbereichs-Zuordnungen standen jedoch zusätzlich als getrennte Konstanten in Python und TypeScript. Suche, Themenkarte, Quiz und KI-Ortsextraktion konnten dadurch fachlich und technisch auseinanderlaufen. Außerdem klang „amtliche Stadtteile“ genauer, als die Datengrundlage tatsächlich ist.

Ratslotse trennt zwei Ebenen und verbindet sie über stabile IDs:

  • Der versionierte Basiskatalog council/oldenburg_places.json enthält die 31 flächendeckenden Ortsbereiche und fest recherchierte Startdaten. Eine redaktionelle DB-Schicht (council_place_reviews) erweitert ihn um geprüfte Kandidaten, ohne Rohbeobachtungen oder Git-Dateien im laufenden Betrieb zu überschreiben. Beide Schichten bilden gemeinsam den Laufzeitkatalog.
  • Die 31 flächendeckenden Ortsbereiche bleiben die primäre Produktebene. Zusätzlich darf der Katalog kuratierte, nicht flächendeckende Ortsobjekte wie Quartiere, Wohn- und Sanierungsgebiete, Parks, Schutz- oder Entwicklungsgebiete enthalten. Sie verweisen über parent_ids auf einen oder mehrere Ortsbereiche, sofern die Zuordnung fachlich sicher ist.
  • Roh erkannte Straßen, Gebäude und Gebietsbezeichnungen in Beschlüssen sind zunächst Beobachtungen. Häufigkeit allein macht sie nicht zum Katalogort. In den Katalog aufgenommen werden nur wiederkehrende, politisch nützliche und anhand belastbarer Quellen eindeutig benennbare Orte.
  • Der Admin-Bereich zeigt Kandidaten mit Beschlusszahl, Koordinaten und Fundstellen-Stichproben. Ein Urteil kann einen eigenen Katalogort freigeben, den Namen als Alias eines vorhandenen Orts einordnen oder ihn verwerfen; es bleibt reversibel. Neuimporte verwenden freigegebene Namen und Aliase sofort.
  • Grenzen bleiben ein separates, über den stabilen Namen verknüpftes GeoJSON-Asset. Sie stammen aus OpenStreetMap (admin_level=10, ODbL) und sind keine amtlichen Stadtteilgrenzen.
  • Backend, Beschlusssuche, Themenkarte, Quiz und KI-Ortsextraktion lesen denselben Katalog. Das Frontend bekommt ihn über /api/council/places; einzelne Orte besitzen ein Profil unter /api/council/place/{id}.
  • Die Stadtkarte ergänzt Themen um konkrete Beschlussorte innerhalb Oldenburgs. Straßen, Plätze, Gebäude und Gewässer werden ab drei verschiedenen Beschlüssen automatisch gezeigt. Unscharfe Gebietsbegriffe erscheinen erst nach redaktioneller Freigabe; verworfene Kandidaten nie. Bei gleichem Namen ersetzt der präzisere Beschlussort den alten Themenpunkt. Ein Klick öffnet das Ortsprofil oder eine exakt auf diesen Rohort gefilterte Beschlussliste.
  • Neue Beschluss-Orte speichern neben dem Rohbeleg eine exakte place_id und, soweit bekannt, die übergeordnete ortsbereich_id. Ein einmaliger Backfill ergänzt diese IDs in bestehenden Ortslinks. Aliase bleiben Eingabeformen; gespeichert und angezeigt wird der kanonische Name.
  • Nutzeroberflächen unterscheiden den jeweiligen Typ („Ortsbereich“, „Quartier“, „Park“ …). Freier Text darf weiterhin natürlich von einem Stadtteil sprechen.
  • Historische DB-Felder und API-Schlüssel wie stadtteil bleiben vorerst als kompatible technische Namen bestehen; fachlich referenzieren sie immer einen kanonischen Ratslotse-Ortsbereich. Neue Logik verwendet die stabilen IDs.
  • Amtliche statistische Bezirke und Unterbezirke sind eine separate Taxonomie. Sie dürfen später über eigene IDs verknüpft, aber nicht still mit den Ratslotse-Ortsbereichen gleichgesetzt werden.
  • Plus: Bornhorst, Fliegerhorst und alle anderen Gebiete bedeuten in jeder Funktion dasselbe; Schreibvarianten landen auf derselben stabilen ID.
  • Plus: Die Oberfläche macht die tatsächliche Genauigkeit transparent und behauptet keine nicht vorhandene amtliche Stadtteilgliederung.
  • Plus: Eine spätere feinere Ebene (Quartier, statistischer Unterbezirk, Projektgebiet) kann mit eigener Art und Hierarchie ergänzt werden, ohne IDs oder gespeicherte Nutzerstände umzudeuten.
  • Plus: Die Beschlusssuche kann auf einen Ort oder dessen übergeordneten Ortsbereich filtern. Die KI-Frage begrenzt ihr Retrieval bei expliziten Ortsfragen auf genau diese belegten Beschlüsse. Das Quiz verwendet dieselben Namen und Stammdaten.
  • Plus: Zu jedem kuratierten Ort sind Definition und Quelle prüfbar; aus Beschlüssen extrahierte Fundstellen bleiben als separate Belege sichtbar.
  • Minus: Die 31 OSM-Grenzen bleiben eine redaktionelle Produktentscheidung. Änderungen brauchen Quellenprüfung, Review und gegebenenfalls eine Migration bestehender Ortszuordnungen.
  • Minus: Nicht jeder gebräuchliche Mikro-Ort gehört sofort in den Katalog. Mehrdeutige Kandidaten bleiben bewusst Rohbeobachtungen, bis Geometrie, Einordnung und Quelle geklärt sind.